Mein Broker liefert keinen Steuerauszug — was jetzt?
Bestand, Steuerwert, Bruttoerträge und Quellensteuer selbst zusammenstellen: vier Angaben, ein Weg, zwei Fehler die teuer werden.
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Dann stellst du zusammen, was er dir schuldig bleibt. Das ist mehr Arbeit als ein Häkchen, aber es ist eine überschaubare Liste — und sie ist jedes Jahr dieselbe.
Betroffen sind vor allem ausländische Broker. Sie liefern keinen Schweizer Steuerauszug, weil sie nicht müssen: Die Pflicht trifft Schweizer Banken, nicht Anbieter im Ausland. Welche Schweizer Anbieter einen brauchbaren Auszug liefern und welche nicht, steht im Broker-Steuer-Vergleich.
Was die Steuererklärung von dir will
Vier Angaben, mehr nicht:
- Bestand je Position per 31. Dezember — Stückzahl und ISIN.
- Steuerwert je Position — der amtliche Wert per 31. Dezember, nicht der Kurs deines Brokers. Warum das nicht dasselbe ist, steht in Steuerwert oder Kurswert.
- Bruttoerträge — Dividenden und Zinsen vor jedem Abzug, mit Datum.
- Einbehaltene Quellensteuer — je Land, als Grundlage fürs DA-1.
Der Weg dorthin
Bestand. Aus dem Jahresendauszug deines Brokers. Fast alle stellen einen zum Jahreswechsel bereit; wo nicht, nimmst du den letzten Auszug des Jahres und rechnest die Bewegungen bis zum 31. Dezember dazu.
Steuerwert. Titel für Titel in der Kursliste der ESTV nachschlagen, über die ISIN. Der Wert dort ist bereits in Franken. Steht ein Titel nicht in der Liste, gilt der Schlusskurs des letzten Handelstages, umgerechnet mit dem Jahresendkurs der ESTV — und das gehört in einem Beiblatt vermerkt, statt es kommentarlos einzutragen.
Erträge. Aus der Transaktions- oder Aktivitätsliste. Wichtig ist der Bruttobetrag: Was auf dem Konto ankam, ist bereits nach Quellensteuer. Wer den Nettobetrag einträgt, deklariert zu wenig und verschenkt gleichzeitig die Anrechnung. Umgerechnet wird jede Ausschüttung mit dem Kurs ihres eigenen Zuflusstages, nicht mit einem Jahresdurchschnitt.
Quellensteuer. Steht in derselben Liste, meist als eigene Spalte neben der Dividende. Wie viel davon zurückkommt, rechnet der DA-1-Rechner aus.
Zwei Fehler, die teuer werden
Den Nettobetrag deklarieren. Er ist niedriger, sieht harmloser aus und ist falsch. Die Verrechnungssteuer bekommst du nur auf den deklarierten Bruttoertrag zurück.
Das DA-1 weglassen, weil es sich nicht lohnt. Die Schwelle liegt bei CHF 100 anrechenbarer Steuer pro Steuerperiode, über alle Länder zusammengerechnet. Bei 15 % Abkommenssatz ist sie ab rund CHF 667 Bruttodividenden aus dem Ausland erreicht — deutlich weniger, als die meisten schätzen.
Was das über die Brokerwahl sagt
Ein bis zwei Stunden Arbeit im Frühling, jedes Jahr, solange das Depot dort liegt. Das taucht in keinem Gebührenvergleich auf, weil es nichts kostet — es kostet Zeit. Wer viel handelt und wenig Zeit hat, rechnet das besser einmal durch, bevor er das Depot eröffnet.

